Manchmal braucht es nur einen einzigen Input, um neue Perspektiven zu öffnen. Genau das durften wir am 20. November 2025 erleben, als Bernadette Möhlen von der FUMA Fachstelle Gender & Diversität bei uns zu Gast war. Ihr Impulsvortrag zum Thema „Gender- und diversitätsreflektierte Pädagogik“ bot nicht nur fundierte Fakten, sondern vor allem viele praxisnahe Denkanstöße, die uns als Team bewegt und bereichert haben.
Schon während des Vortrags entwickelte sich ein lebendiger Austausch: Kolleg*innen stellten Fragen, diskutierten Beispiele aus dem Alltag und griffen Impulse auf, die unmittelbar mit unserer täglichen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe verknüpft sind. Dieser offene Dialog hat einmal mehr gezeigt, wie viel Expertise, Sensibilität und Engagement in unserem Team steckt.
Was wir aus dem Vortrag mitnehmen
Im Mittelpunkt stand die Frage:
Wie schaffen wir Räume, in denen junge Menschen gesehen, respektiert und bestärkt werden – unabhängig von Geschlecht, Identität oder Ausdruck?
Einige zentrale Erkenntnisse, die wir für unsere Arbeit mitnehmen:
Sprache schafft Realität
Geschlechtergerecht zu sprechen und zu schreiben, ist kein Trend – es ist ein Zeichen von Respekt und Zugehörigkeit. Worte können stärken, aber auch ausgrenzen. Wir möchten weiter daran arbeiten, unsere Sprache sensibel und bewusst einzusetzen.
Namen und Pronomen sind Identität
Es wurde noch einmal deutlich, wie verletzend es für Kinder und Jugendliche sein kann, wenn ihre selbstgewählten Namen oder Pronomen nicht anerkannt werden. Für uns ist klar:
Wir nehmen ernst, was junge Menschen über sich selbst sagen.
Reflexion ist tägliche Aufgabe
Ein diversitätsbewusster Blick beginnt bei uns selbst:
Welche Vorstellungen tragen wir rund um Geschlecht und Rollenbilder in uns?
Wann entscheiden wir aufgrund von Gewohnheit – und wann bewusst diskriminierungskritisch?
Der Vortrag hat uns darin bestärkt, diese Selbstreflexion wach zu halten.
Kleine Veränderungen wirken groß
Ob inklusive Materialien, geschlechtsneutrale Raumaufteilung oder einfach der offene Satz „Was brauchst du?“ – viele Schritte lassen sich direkt im Alltag umsetzen. Veränderungen müssen nicht groß sein, um Wirkung zu zeigen.
Sicherheit bedeutet Vielfalt anerkennen
Gerade queere Kinder und Jugendliche erleben häufiger Diskriminierung oder Unsicherheit. Für uns bedeutet das:
Wir schaffen sichere Räume, achten auf Sensibilisierung im Team und unterstützen junge Menschen darin, ihren eigenen Weg zu finden – in ihrem Tempo.
Wir sind auf einem guten Weg – und bleiben in Bewegung
Der Vortrag hat uns bestätigt: Wir machen vieles bereits richtig. Unser Blick auf Vielfalt ist wertschätzend, unsere Haltung offen, unser Anspruch hoch. Gleichzeitig wissen wir, dass gute Pädagogik nie fertig ist.
Fortbildungen wie diese helfen uns, weiter zu wachsen, Routinen zu hinterfragen und neue Handlungsoptionen zu entwickeln – für die jungen Menschen, die wir begleiten, und für ein Arbeitsumfeld, das Vielfalt selbstverständlich einschließt.
Vielen Dank an Bernadette Möhlen für diesen bereichernden Vortrag!



